(djd). Sorgen rund ums Geld können nicht nur die eigene Stimmung drücken, sondern auch Beziehungen stark belasten. Gut jede fünfte Trennung geht in Deutschland laut einer Umfrage auf diesen Grund zurück. Das zeigt, wie wichtig in einer Partnerschaft der offene Umgang mit diesem vermeintlichen Tabuthema ist – vor allem, wenn gerade das finanzielle Polster im gemeinsamen Haushalt stark strapaziert wird.
Zwei Köpfe, zwei Meinungen

Der Umgang mit dem Thema Geld wird bereits im Elternhaus geprägt. In einer Beziehung treffen dann meist nicht nur unterschiedliche Einkommen, sondern auch zwei verschiedene Geldbiografien aufeinander. Reibungspunkte können bereits entstehen, wenn beide Personen unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie viel sie sparen oder wie viel sie wofür ausgeben möchten. „Viele Paare sprechen zu selten über Einnahmen, Ausgaben und finanzielle Erwartungen.
Dabei beugt eine regelmäßige Kommunikation möglichen Missverständnissen und Konflikten vor“, sagt Korina Dörr, Leiterin des Beratungsdienstes Geld und Haushalt. Erfahrungsgemäß ist gar nicht die Höhe eines einzelnen Betrags der Auslöser für einen Streit, sondern die Einstellungen beider Partner zum Thema Geld.
Hilfsmittel für mehr finanziellen Durchblick
Förderlich kann es beispielsweise sein, in der Paarbeziehung einmal monatlich eine feste Geld-Zeit zu vereinbaren. Dann ist Gelegenheit, in aller Ruhe gemeinsame Ausgaben, Sparziele oder größere Anschaffungen miteinander zu besprechen. Tipp: Oftmals hilft es, gemeinsame Kosten für den laufenden Haushalt transparent zu erfassen, um so einen besseren finanziellen Überblick zu erhalten.
Kostenfreie Tools wie der Web-Budgetplaner unter www.geld-und-haushalt.de oder das ebenfalls dort kostenlos erhältliche Haushaltsbuch unterstützen dabei. Die Gegenüberstellung von festen Einnahmen und Ausgaben macht auf einfache Weise finanzielle Spielräume und Einsparmöglichkeiten deutlich.
Drei Kontenmodelle für Paare
Welches Kontomodell ist die passende Wahl für uns? Auch diese Frage stellen sich viele Paare. Grundsätzlich bestehen drei Möglichkeiten: ein gemeinsames Konto, über das alle Einnahmen und Kosten laufen oder komplett getrennte Konten, bei denen jede Person für sich wirtschaftet. Die dritte Option ist das sogenannte Drei-Konten-Modell:
Dabei dient ein Gemeinschaftskonto für alle gemeinsamen Haushaltsausgaben, zusätzlich hat jede Person ein eigenes Konto für persönliche Ausgaben. Korina Dörr: „Wenn die Geldtypen in einer Beziehung sehr unterschiedlich sind, entschärft man so mögliche Beziehungskonflikte über den Umgang mit Geld. Jeder bleibt finanziell selbstbestimmt und steuert einen fair ausgehandelten Teil für das gemeinsame Leben bei.“
