(ra) Die Ehrenamtlichen des Auto Club Europa beobachten vom 1. Mai bis zum 31. Juli bundesweit an innerörtlichen Kreuzungen, wie häufig Autofahrende hinter dem Steuer zum Handy greifen. Der ACE-Kreisvorstand Donau Wald war neben den Checks in Deggendorf und Plattling auch in Straubing und Bogen vor Ort.

Ablenkung am Steuer ist eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr – schon wenige Sekunden Ablenkung können schwerwiegende Folgen haben. Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden lang nicht auf die Straße schaut, legt rund 28 Meter im „Blindflug“ zurück. Selbst bei Tempo 30 sind es in dieser Zeit noch etwa 17 Meter – eine Strecke von mehreren Autolängen ohne Blick für die Gefahren des Straßenverkehrs. Deshalb stand in diesem Jahr das Thema Handy-Verstöße im Vordergrund.
Kreisvorsitzender Stefan Rückert und seine Frau Renate hatten sich zusammen mit der ACE-Regionalbeauftragten Club und Ehrenamt, Ursula Hildebrand, die Kreuzung Bahnhofstraße/Kotauring in Bogen vorgenommen. Mitte Mai wurde 30 Minuten lang gezählt, wie viele Fahrzeuge die Kreuzung aus einer Fahrtrichtung passieren. Gleichzeitig wurde eine Strichliste zu den Handy-Verstößen geführt. Von den 91 Fahrzeugen, die in den 30 Minuten die „Kontrollstelle“ passierten, musste bei vier Fahrzeugführenden (4,4 Prozent) ein Handy-Verstoß notiert werden.

Noch unerfreulicher verhielten sich die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer beim Check in Straubing. An der Kreuzung Stadtgraben/Kolbstraße registrierte Ursula Hildebrand insgesamt 256 Fahrzeuge. 16 Mal (6,25 Prozent) hatten Fahrzeugführende das Gerät in der Hand, um zu telefonieren, Nachrichten zu lesen oder gar zu tippen. Hier kam es zu einer gefährlichen Situation, als eine Autofahrerin mit dem Handy in der Hand losfuhr, obwohl die Ampel noch Rot zeigte. Die Linksabbieger hatten bereits Grün – die Autofahrerin hatte sich aufs Handy konzentriert und erst zu spät bemerkt, dass die Geradeaus-Spur noch Rot hat.
Im Vergleich zu früheren Erhebungen ist die Zahl der Handy-Nutzerinnen und -Nutzer zurückgegangen. „Wir gehen davon aus, dass dieser Rückgang vor allem auf die modernen Autos zurückzuführen ist“, so Hildebrand. Gerade Freisprechanlagen machten es möglich, zu telefonieren, ohne das Handy in die Hand nehmen zu müssen. Doch auch beim Telefonieren über eine Freisprechanlage sei klar, dass der oder die Fahrende abgelenkt sei, man konzentriert sich auf das Gespräch und lenke die Aufmerksamkeit von der Straße auf das Gespräch, so der ACE-Kreisvorstand Donau Wald.
Auch wenn im ersten Moment die aktuellen Zahlen des ACE-Ehrenamtes gering erscheinen, „muss klar sein, dass der Griff zum Handy die Aufmerksamkeit vom Straßenverkehr weglenkt“, so Ursula Hildebrand. Deshalb sollte das Smartphone während der Fahrt nicht genutzt werden – „im Übrigen lenken auch die Nutzung eines Navis, das Essen und Trinken sowie das Rauchen am Steuer ab“, ergänzt Stefan Rückert. „Die volle Aufmerksamkeit gehört auf die Straße!“, appelliert der ACE-Kreisvorstand Donau Wald an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer.
