(ra) Die Zahl der Geburten im Klinikum St. Elisabeth ist erneut deutlich gesunken. Laut Mitteilung des Klinikums vom Mittwoch kamen im vergangenen Jahr dort 562 Kinder zur Welt – 72 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig setzt das Klinikum auf moderne Technik: Seit 1. August unterstützt ein neuer Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienst die Versorgung von Säuglingen in Notfällen.

Wie Chefarzt Dr. Carsten Scholz erklärte, folgt Straubing damit dem bundesweiten Trend. Mit 562 Neugeborenen – darunter 284 Mädchen und 278 Jungen – fiel der Rückgang vor Ort allerdings etwas stärker aus als im bayerischen und bundesweiten Durchschnitt. Deutschlandweit sank die Geburtenrate auf 1,32 Kinder je Frau und damit auf den niedrigsten Stand seit 1997.
Kaiserschnitte gehen zurück
Die meisten Mütter waren bei der Geburt zwischen 26 und 35 Jahre alt. Von den 562 Entbindungen erfolgten 375 auf natürlichem Weg, 187 per Kaiserschnitt. Damit sank die Kaiserschnittrate von 38 auf 33 Prozent und liegt nun im bundesweiten Durchschnitt.
Weiter gestiegen ist dagegen die Nachfrage nach einer Periduralanästhesie zur Schmerzlinderung. Fast 40 Prozent der Frauen entschieden sich für diese Form der Betäubung. Auch Dammschnitte und Dammrisse gingen im vergangenen Jahr zurück.
Telemedizin stärkt Geburtshilfe
Ein wichtiger Schritt für die Geburtshilfe ist der Start des Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienstes Anfang August. Über eine rund um die Uhr verfügbare Videoverbindung können Kinderärzte und Neonatologen des Perinatalzentrums der Klinik St. Hedwig in Regensburg bei Komplikationen innerhalb weniger Minuten zugeschaltet werden.
Mithilfe eines modernen Kamera- und Kommunikationssystems erhalten die Straubinger Ärzte sofort fachliche Unterstützung. So kann schnell entschieden werden, ob ein Neugeborenes vor Ort versorgt werden kann oder in ein spezialisiertes Zentrum verlegt werden muss.
Nach Angaben von Dr. Scholz stärkt das Projekt die wohnortnahe Geburtshilfe und hilft gleichzeitig, die steigenden gesetzlichen Anforderungen an Geburtskliniken zu erfüllen. Bayernweit nehmen 21 Geburtskliniken an dem vom Freistaat geförderten Modellprojekt teil.
