(tr) Zum Geburtstag gibt es für gewöhnlich Geschenke. Die Straubinger Trabrennbahn hat ihren 125. Jubeltag gefeiert und ist reich bedacht worden – mit einigen wirklich herausragenden Pferden, die auf die Ehrenparade gehen konnten, und mit einem phantastischen Frankreich-Umsatz, trotz zahlreicher Nichtstarter. Auch Gregor Krenmayr, der an diesem Tag selbst die Kerzen auf der Torte ausblasen durfte, hat sich ein Präsent bereitet und als Geburtstagskind mit Mr Konung einen tollen Sieg eingefahren.
Mann des Tages war Christoph Schwarz, der drei von vier Siegern aus dem Team Lila zum Erfolg brachte. Fast ein wenig stahl ihm aber Liza Marlow die Show, die nach fast einem Jahr ohne Sieg und wenig Fahrten mit Sokrates das Nachwuchsfahren gewinnen konnte, und auch Hans-Jürgen Just ist schon drei Jahre nicht mehr auf die Ehrenparade gegangen und strahlte nach seinem vollen Erfolg mit Victory Ares bis über beide Ohren.

Frankreich blickte einmal mehr interessiert und wohlwollend nach Straubing, wettete kräftig und wurde belohnt mit tollem Sport. Dabei hielt die beeindruckende Serie von Mr Konung, der sich am Start nicht so leichttat, aber dennoch der Startnummer 8 trotzte und mit Gregor Krenmayr zu einem beeindruckenden Sieg über Wyanet, Northern Rose und Aconcagua kam. Während der Hengst bei der Siegerehrung brav zahlreiche Streicheleinheiten genoss, schwärmte sein Trainer vom Kämpferherz seines Pferdes und klopfte ihm den Hals: „Danke, Bua!“
Mächtig Eindruck schinden konnte auch I Am Jet mit Christoph Schwarz. Die Italienerin versprang zuletzt in ihrem Geburtsland die Chancen auf einen Gruppe II-Sieg, war dann wie viele Pferde des Team Lila krank, zeigte aber durch äußere Spuren, warum man mit ihr heuer noch ins italienische Stutenderby gehen will. Dabei hinterließ auf dem Ehrenrang auch Lumière de Chartes einen blendenden Eindruck, Bandito Diamant und Danilo HS komplettierten die Viererwette. Das Rennen war zugleich der „Prix 125 Jahre Trabrennbahn Straubing“ und so passte es gut, dass die Familie Lindinger als Besitzer der Rennbahn diese Prüfung für sich entscheiden konnten.

Ebenfalls ein Pferd für gehobene Rennen ist M Eck Gyver, und zwar in Österreich. Christoph Schwarz bekam mit dem Syndikatstraber den lange führenden Gri Sixtysix noch gut zu fassen und bescherte dem Dreijährigen den ersten Sieg seiner noch jungen Karriere – eine gute Vorbereitung auf sein Zuchtrennen in vier Wochen. Erling holte sich das dritte Geld. Dritter Sieger des amtierenden Silberhelms war Teatox, der sich trotz Zulage eine Handicap-Prüfung nicht nehmen ließ und der schließlich doch noch einem gut gehenden Veyron Bros davonfuhr, mit dem Denise Schuch ihr erstes Rennen gegen die Profis meisterte. Iamtheonewhoknocks gefiel dahinter.
Lust auf mehr machte beim Sieg auch After Dark Diamant mit Josef Franzl. Der großrahmige Wettstar-„Tipp des Tages“ gewann sein Bayern-Debüt nach Belieben und wies Kikuyu TU und Allegro Byd in die Schranken. Das Amateurfahren entschied in feiner Manier die startschnelle Vaiana mit Herbert Lorenz vor sich. Dahinter kündigte sich Mercedes AMG vor Nevada OV an. Nach Babypause gab Dr. Marie Lindinger ihr Sulky-Comeback, doch die bisweilen etwas nervige Pearl Newport war hinter dem Auto nicht zum Traben zu bewegen.
Den Schlusspunkt hinter dem Geburtstagsrenntags setzten zwei Nachwuchsfahren. Die Gewinner strahlten besonders bei der Siegerehrung. Nach Sulky-Pause seit Oktober führte zunächst Liza Marlow den gutklassigen Sokrates zum nächsten Erfolg und konnte mit dem Booster-Winner-Sohn den ersten Sieg seit Pfarrkirchen 2025 feiern. Dahinter zeichneten sich Lambo Fortuna und Laith H Boko aus. Auch Hans-Jürgen Just freute sich sehr: Klammert man die C-Bahnen aus, so hat er seit 2023 nicht mehr gewonnen. In einem durch Nichtstarter auf vier Teilnehmer dezimierten Feld schritt Victory Ares vehement zur Attacke, dessen gute Arbeitsleistungen sich bis nach Frankreich herumgesprochen hatten, und er machte mit Dafna und Belina Times kurzen Prozess. In gewohnt launiger Manier flachste „Justy“ im Gespräch mit Hartwig Thöne, dass er beim Schnellarbeiten mit Victory Ares auf der Straubinger Piste schon für die Siegerparade geübt hatte.
