Region Landshut

Aktionen am Tag des offenen Denkmals: Fürsten-Grab und Hofmark-Schloss

(ra) Rund 7500 Museen, Baudenkmäler, Bodendenkmäler, Ausgrabungsstätten und andere Vorzeige-Objekte der Kultur Deutschlands öffnen für interessierte Bürger ihre Tore am Tag des offenen Denkmals, der seit 1993 jedes Jahr im September veranstaltet wird. Auch am  diesjährigen Denkmaltag, der auf Sonntag, 10. September fällt, finden im Landkreis Landshut wieder Veranstaltungen statt, und zwar in vier Gemeinden – in Altdorf, Essenbach, Geisenhausen (Holzkirchen) und in Neufraunhofen.

„Macht und Pracht“ lautet das Motto der bundesweiten Aktion und auch die regionalen Aktionen im Landkreis Landshut tragen dem Leitmotiv auf unterschiedliche Weise Rechnung. Von vergangener Pracht erfährt man im Heimatmuseum von Altdorf (Adlhochhaus), das am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet ist: Eine Sonderausstellung informiert anhand von Dokumenten und Ausgrabungsfunden über das ehemalige Hofmarkschloss von Pfettrach.

Das Trachtenkulturzentrum des Bayerischen Trachtenverbandes in Holzhausen öffnet am Denkmaltag von 10 bis 17 Uhr seine Pforten für interessierte Besucher.

Der von einem Wassergraben umschlossene Herrschaftssitz bestand bis ins 19. Jahrhundert und wurde in den Napoleonischen Kriegen von Truppen des Kaiserreichs Österreich beschossen, die auf den Gstaudacher Höhen Stellung bezogen hatten. Im Keller des Museums ist die Dauerausstellung „Innovationen in der Urgeschichte“ zu sehen, im Obergeschoss die Sonderausstellung „Wolpertinger – bayerisch&artenreich“. Es finden Führungen durch den Heimat- und Museumsverein um 14.30 und 15.30 Uhr statt.

Mit wahren Schätzen aus der 8000-jährigen Kulturgeschichte Bayerns wartet das Archäologische Museum Essenbach am Denkmaltag ab 13 Uhr auf: In der Zeit um 1250 vor Christus ist in Essenbach ein regionaler Machthaber mit viel Pomp und wertvollen Grabbeigaben auf die Reise ins Jenseits geschickt worden. In der vor sechs Jahren gefundenen Grabstätten dieses Fürsten der letzten Epoche der Bronze-Zeit (Urnenfelder-Kultur, etwa 1300 bis 800 vor Christus) fanden sich viele kunst- und wertvolle Gegenstände, die vor über 3000 Jahren ein gewaltiges Leichenfeuer überstanden haben.

Darunter waren ein Bronze-Schwert, ein Ring aus Goldblech und die metallenen Teile eines Zeremonialwagens, mit dem einst die Leiche des Fürsten von Essenbach auf einen Scheiterhaufen gefahren worden ist. Was waren die Grundlagen des Reichtums der Fürsten jener Zeit, insbesondere ihres Essenbacher Vertreters? Worauf stützen sie ihre Macht?

Vor rund 3200 Jahren sind einem Fürsten der späten Bronze-Zeit wertvolle Beigaben mit ins Grab gelegt worden, darunter ein 60 Zentimeter langes Schwert. Am Denkmaltag hält die Archäologin Dr. Angelika Hofmann im Museum von Essenbach einen Vortrag über „Macht und Pracht“ des „Fürsten von Essenbach“. Das Bild zeigt einen Teil des Grabinventars an der Grabungsstelle. – Foto: Stöttner

Diesen Fragen geht die Archäologin Dr. Angelika Hofmann vom Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg in einem Vortrag um 13.30 Uhr nach. Der Archäologe und Archäotechniker Dr. Robert Graf vermittelt einen Eindruck von den künstlerischen Leistungen der Waffenschmiede und die Museumsbeauftragte Monika Weigl stellt Besuchern bei Führungen die Schätze des Museums vor.

Von 10 bis 17 Uhr kann am 10. September die Burglochschanze in einem Waldstück südöstlich von Neufraunhofen besichtigt werden. Der heute noch imposante Ringwall (Adresse: Burghab 1, 84149 Velden) ist eine Schutzburg, die im 10. Jahrhundert in der Zeit der Ungarn-Überfälle auf Westeuropa entstanden ist. Hinter den Wällen haben die Bewohner der Region Zuflucht vor den ungarischen Reiterheeren gefunden.

Neben dem Hauptwall sind bis heute auch Reste von Außenwällen und eines Turmhügels sichtbar. Dreimal, um 11 Uhr, um 13 Uhr und um 15 Uhr führen der Archäologe Prof. Dr. Siegmar von Schnurbein und Carl Graf von Soden-Fraunhofen, der Besitzer des Waldstücks, am Sonntag Geschichtsfreunde durch die Burglochschanze.

Freunde der bayerischen Volkskultur kommen im Trachtenkulturzentrum in Holzhausen bei Geisenhausen auf ihre Kosten: Das Zentrum ist am Denkmaltag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, um 11 Uhr, um 13 Uhr und um 15 Uhr finden Führungen statt; in der Ausstellung „Auf Schusters Rappen“ werden Schuhe, Strümpfe und Lederarbeiten gezeigt. Auch für Volksmusik und das leibliche Wohl – mit Brot aus einem traditionellen Backofen – ist gesorgt.