Straubing kam im vergangenen Jahr auf 140.000 Übernachtungen
(ra) Solide Zahlen im heimischen Tourismus: Straubing bleibt bei Urlaubern und Geschäftsreisenden ein beliebtes Ziel. Auf rund 140.000 Gäste-Übernachtungen kam die Stadt im vergangenen Jahr – 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mitgeteilt. Die NGG bezieht sich dabei auf Beherbergungszahlen des Statistischen Landesamts.
Die ganze Tourismus-Region Ostbayerische Städte verzeichnete danach rund 2,1 Millionen Übernachtungen (plus 9,5 Prozent). „An der guten Bilanz haben die Beschäftigten in Hotels, Pensionen und Gaststätten einen enormen Anteil“, betont NGG-Geschäftsführer Kurt Haberl (Bild). Angesichts schon jetzt großer Belastungen seien Forderungen nach immer längeren Arbeitszeiten daher „vollkommen fehl am Platz“.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte wiederholt gefordert, die tägliche Höchstarbeitszeit durch ein maximales Wochen-Pensum zu ersetzen. Die NGG Niederbayern spricht von einem „Irrweg“: „Jeder, der im Gastgewerbe arbeitet, weiß, dass Überstunden gerade in der Hochsaison dazugehören. Das Arbeitszeitgesetz sorgt aber dafür, dass das für den Einzelnen erträglich bleibt“, sagt Haberl. Das Gesetz schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In klar geregelten Ausnahmefällen kann sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.
Nach den Vorschlägen der Arbeitgeber wären extrem lange Schichten möglich, befürchtet die Gewerkschaft. „Ein 14-Stunden-Einsatz an der Rezeption oder im Ausschank haut aber jedem die Füße weg“, so Haberl. Ob die Betriebe solche Arbeitszeiten bräuchten, sei fraglich. Flexibilität habe für die Gastro-Mitarbeiter auch in Straubing schon immer zum Job gehört.
Andernfalls hätten die Übernachtungsbetriebe dort kaum so viele Menschen empfangen können wie im letzten Jahr, ist sich Haberl sicher. „Die Umsätze im bayerischen Gastgewerbe steigen seit Jahren kräftig an. Statt den Arbeitsdruck weiter zu erhöhen, ist es Zeit, mehr Menschen einzustellen und die Leistung der Beschäftigten stärker anzuerkennen“, so der Gewerkschafter. Allein im vergangenen Jahr stieg der Umsatz in bayerischen Beherbergungsbetrieben nach amtlicher Statistik um 4,7 Prozent an – die Zahl der Beschäftigten in der Branche wuchs lediglich um 1,5 Prozent.