(pw) Landshut trauert um eine Persönlichkeit, die die Stadt über Jahrzehnte geprägt hat: Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer ist am Dienstag im Alter von 90 Jahren gestorben. 35 Jahre stand der beliebte Kommunalpolitiker an der Spitze der Stadt und galt dabei als außergewöhnlich engagiert und bürgernah. Wie intensiv Deimer den Kontakt zu den Landshutern pflegte, zeigt eine beeindruckende Zahl: Rund 40.000 Bürger*innen empfing er während seiner Amtszeit persönlich in seinen Sprechstunden.

Josef Dreier (Archivbild)

Dabei hörte Deimer nicht nur zu. Die Anliegen der Menschen hielt er auf kleinen Zetteln fest – eine Arbeitsweise, die über Jahrzehnte zu seinem Markenzeichen wurde.

35 Jahre Oberbürgermeister seiner Stadt

Kaum ein Kommunalpolitiker ist so eng mit der jüngeren Geschichte Landshuts verbunden wie Josef Deimer. 35 Jahre führte er als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt und begleitete damit mehrere Generationen von Landshutern.

Bei seiner Arbeit setzte Deimer stark auf den unmittelbaren Kontakt mit den Bürgern. Die Sprechstunden waren für ihn ein wichtiger Bestandteil seines Amtsverständnisses. Rund 40.000 Menschen sollen im Laufe seiner Amtszeit mit ihren Anliegen persönlich zu ihrem Oberbürgermeister gekommen sein.

Kleine Zettel erzählen Landshuter Stadtgeschichte

Charakteristisch für Deimer waren seine kleinen Notizzettel. Darauf hielt er Anliegen aus den Bürgersprechstunden ebenso fest wie Gedanken und Informationen für seine politische Arbeit.

Auch seine Reden schrieb der Oberbürgermeister selbst. Über Jahrzehnte sammelte sich dadurch eine enorme Menge an persönlichen Aufzeichnungen und Dokumenten an.

Aus der alltäglichen Arbeitsweise eines Kommunalpolitikers entstand so schließlich etwas Größeres: ein umfangreiches Archiv, in dem sich mehr als 40 Jahre Landshuter Stadtgeschichte widerspiegeln.

Der Diplom-Ingenieur war außerdem von 1966 bis 1970 Abgeordneter im Bayerischen Landtag, zwischen 1982 und 1999 Mitglied des Bayerischen Senats. 

Mit dem Tod Josef Deimers verliert Landshut einen früheren Oberbürgermeister, dessen Name über Jahrzehnte eng mit der Entwicklung der Stadt und einer besonders bürgernahen Form der Kommunalpolitik verbunden war.